Als Frau, Künstlerin und Mensch
suche ich nach Wegen, den Aspekt der Weiblichkeit in mir zu kultivieren. Für mein künstlerisches Schaffen bedeutet dies, dass ich mich in Bildern ausdrücke, die der Weiblichkeit in ihrer Vielschichtigkeit Ausdruck verleihen.
Dabei ist der Aspekt der Weiblichkeit für mich etwas, das wir alle, Männer und Frauen, in uns tragen. Er ist auch der Aspekt, der seit sehr langer Zeit unterdrückt und verstümmelt wird, womit die Bedürfnisse vor allem von Frauen und Kindern zu großen Teilen unbeachtet bleiben. Unter der Überbetonung des männlichen Aspekts und dessen Folgen leiden wir alle – Männer, Frauen, Kinder, Tiere, Pflanzen, Wasser und Böden.
Mit meinen Bildern, Frauenfiguren und Formen suche ich nach Sinnbildern für etwas, das ich für immens wichtig halte: Frauen in Freiheit, in Sicherheit, in Klarheit, in Würde, im Wandel, in
Genuss, Wohlstand und Sinnlichkeit. Ich versuche, die Essenz dessen, was ich als ursprünglich weiblich empfinde, zu erfassen.
Da ich selbst auf der Suche danach bin, spiegeln meine Arbeiten meinen eigenen Weg wider. Sie zeigen meine Visionen, Prozesse, Auseinandersetzungen und Sehnsüchte.
Ich bin davon überzeugt, dass das Wohlergehen der Frauen der fruchtbare Boden für gesunde Gesellschaften ist. Wenn wir Wohlergehen für alle wollen, müssen wir Frauen damit anfangen, uns all das zu erlauben, was über das reine Überleben und das Akzeptieren von Umständen hinausgeht.
In meinen Skizzenbüchern
halte ich meist nur grobe Ideenskizzen, aber auch abstrakte Zeichnungen fest, die ich vor meinem inneren Auge und durch weitere Skizzen erforsche. An der Leinwand entstehen meine Werke dann sehr spontan und direkt mit Pinsel und Acryl.
Mein wichtigstes künstlerisches Werkzeug ist meine Intuition. Alles andere ordnet sich ihr unter.
Die Farbflächen wandeln sich im Prozess recht schnell von ihrer
Figürlichkeit in eine Komposition abstrakter Flächen in intensiver
Farbigkeit, die sich so weit miteinander verweben, bis das Gesamte unveränderbar erscheint. Die vollständige Symbolik und Botschaft des Geschaffenen erfasse auch ich erst, wenn es vollendet ist, oder noch viel später danach.
Mit meinem künstlerischen Werk suche ich nicht, den Intellekt anzusprechen, sondern richte mich direkt an das emotionale Zentrum der Betrachter. Es ist mein Wunsch, vor allem Frauen Bilder zu geben, die es ihnen ermöglichen, mit ihrer Weiblichkeit in Verbindung zu sein, ohne Worte dafür zu brauchen.
Biografie
Claudia Pollack wurde 1977 in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) geboren, einem
Land, das nicht mehr existiert. Sie lebt mit ihrer Familie in Dresden, Deutschland.
Nach der Schule absolvierte
sie eine Ausbildung zur Porzellanmalerin an der berühmten Porzellanmanufaktur Meissen und entschied sich danach, das Abitur nachzuholen, um Architektur zu studieren.
Begleitend zum Studium arbeitete sie an der Restaurierung historischer Gebäude mit.
Nach dem Abschluss des Studiums 2004 brachte sie ihr erstes Kind zur Welt und widmete sich der Dekoration und Aufarbeitung alter Möbel. Außerdem entwickelte sie ihr eigenes Schmuckdesign.
2008 eröffnete Claudia Pollack einen Laden für Kunst und Handwerk. 2017 gebar sie ihr zweites Kind und verspürte, nach den ersten intensiven Babyjahren, 2020 einen starken inneren Ruf, sich entschlossener
ihrer Kunst zu widmen.
Claudia Pollack fokussiert sich auf Malerei in Acryl, ergänzt durch meist abstrakte Zeichnungen und Mixed-Media-Arbeiten. Ihre Arbeit ist stark geprägt von dem Wissen um das Magische und alles Einende in dieser Welt. Ihr persönliches Thema, welches sie zur Zeit in ihren Arbeiten erforscht, ist das Finden eines Seinszustandes, der ihrem Gefühl von Weiblichkeit entspricht, in einer Welt, die scheinbar vergessen hat, was Weiblichkeit in der Tiefe bedeutet.